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Typgerechte Motivation 

Eine kleine Persönlichkeitstypologie

„Das ist nichts für unser Unternehmen Frau Henrichs!“

ich habe die Worte meines ehemaligen Vertriebsvorstandes immer noch im Ohr, die er sagte, nachdem ich ihm mit viel Leidenschaft mein neues Konzept vorgestellt hatte.

Kennen Sie das? Manchmal läuft es wie geschmiert, Ihr Gesprächspartner ist interessiert und aufgeschlossen. Alles, was Sie sagen, fällt auf fruchtbaren Boden. Und manchmal scheint keine Verständigung möglich zu sein. Nichts, was Sie sagen, kommt bei Ihren Mitarbeitenden richtig an.

Ein Erklärungsmodell um diese Situationen zu verstehen, bieten Persönlichkeitstypologien.

Ob Einführung der strukturierten Pflegedokumentation oder der Umsetzung der Pflegestärkungsgesetze oder um „einfach“ nur den Alltag zu bewältigen. Ihre Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass Ihre Mitarbeitenden engagiert, leistungsbereit und verantwortungsbewusst gemeinsam mit Ihnen Ziele erreichen.

Einige Impulse dafür möchte ich Ihnen heute mitgeben damit Sie am Ende

  • eine Vorstellung davon haben, warum Menschen anders denken, fühlen und reagieren als Sie selbst und Sie
  • Ihre eigenen Verhaltensweisen und die der anderen noch besser verstehen

Woher kommt das Thema Persönlichkeitstypologie?

Die ersten Aufzeichnungen, dass Menschen sich mit dem Thema beschäftigt haben, sind aus dem 5. Jahrhundert vor Christi Geburt und stammen von dem griechischen Philosophen Empedokles. Er hielt Menschen von den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde geprägt. 

Es stand also schon ganz früh die Frage im Raum, warum Menschen in der selben Situation völlig unterschiedlich reagieren. Die einen regen sich zum Beispiel bei einer anstehenden Veränderung furchtbar auf, die anderen packen einfach an, wieder andere ziehen sich ängstlich zurück und noch andere machen erst einmal einen Plan.

Bis zu unserer heutigen Zeit ist das Thema lebendig geblieben. Die zur Zeit auf dem Markt existierenden Persönlichkeitstypologien basieren fast alle zum einen auf dem Archetypen- oder auch Einstellungstypen-Modell des Schweizer Psychoanlaytikers C.G. Jung und zum anderen auf der Farben-Theorie von Max Lüscher einem Schweizer Psychologen und Philosoph.

Lüscher hat Farben eine bestimmte Charakterisierung zugeschrieben. In der Weiterentwicklung seiner Theorie steht rot für Vitalität und Kraft, gelb für Zuversicht und Gemeinschaftsgefühl, grün für Harmonie und Verlässlichkeit sowie blau für Struktur und Vertrauen.

C.G. Jung unterscheidet die Einstellungstypen nach bestimmten Mustern wie eine Person seine Welt wahrnimmt und auf sie reagiert. Das eigene Muster bildet sich schon früh heraus und im Laufe des Lebens hat jeder für sich ziemlich klar, was gut ist und was nicht, was sich gehört und was nicht, was richtig ist oder falsch. Wie bestimmte Aufgaben erledigt werden müssen und wie Verhalten zu sein hat.

Unsere Muster bilden sich zu Wertsystemen heraus und diese leiten uns durch unser Leben.

Wir sind unbewusst zutiefst davon überzeugt, dass Leben so und nicht anders geht und das alle anderen genau so denken wie wir selbst.

Unabhängig davon, mit welchem Persönlichkeitsmodell Sie sich schon beschäftigt haben oder noch in Berührung kommen. Es handelt es sich nicht um einen Test oder einen Stempel nach dem Motto: „So bist Du also!“ sondern soll als Anregung dienen das eigene Handeln und Denken zu reflektieren.

Zusammenfassung

Wir Menschen beschäftigen uns schon lange mit dem Thema warum wir in der selben Situation unterschiedlich reagieren
Unser Wertsytem hat sich durch Erfahrungen und Erlebnisse gebildet.
Es gibt kein richtig oder falsch. Verhalten hat Auswirkungen und daher ist Selbstreflexion sinnvoll.

Die Grundlagen des Modells und warum es zu Konflikten kommt

Das persolog® DISG Persönlichkeitsmodell unterschiedet vier Typen, die alle eine andere Werthaltung haben. Es gibt

  • den Dominanten,
  • den Initiativen,
  • den Stetigen und
  • den Gewissenhaften.

Die jeweiligen Anfangsbuchstaben sind die Auflösung des Kürzels DISG.

Die einzelnen Persönlichkeitstypen kristallisieren sich durch die Zuordnung zu den folgenden drei Bereichen heraus.

Der erste Bereich beantwortet die Frage: Wo hat die Person Ihren Fokus?

Mehr auf der Sache oder mehr auf der Beziehung? Wenn Sie zum Beispiel ein Beerbungsgespräch führen, interessiert sich der Bewerber eher für das Gehalt, die Struktur des Pflegedienstes und die Aufstiegsmöglichkeiten (Sache) oder fragt er eher nach dem Teamklima, dem Ablauf der Teambesprechungen und dem Befinden der Pflegebedürftigen? (Beziehung)

Der zweite Bereich fragt: Wie nimmt ein Mensch sein Umfeld wahr?

Ist alles anstrengend, stressig und ein Problem oder geht er eher gelassen fast spielerisch mit den Situationen des Lebens um weil er weiß, dass nichts so heiß gegessen wird wie es gekocht wurde und sich alles schon irgendwie lösen lässt?

Der dritte Bereich stellt die Frage: Wie reagiert ein Mensch in seinem Umfeld?

Hält er sich zurück oder tritt er eher bestimmend auf? Macht es ihm Freude sofort Kontakt mit anderen Menschen zu knüpfen, spontan eine Rede zu halten und das Teamgespräch zu führen oder sondiert er erst einmal sein Umfeld, bereitet lieber mit anderen gemeinsam ein Projekt vor und ist gerne Schlichter in Konflikten?

In der Grafik können Sie erkennen, welche Bereiche für die einzelnen Persönlichkeitstypen zutreffen.

39 DISG Poster

Die Unterscheidung in vier klar voneinander unterscheidbare Typen dient lediglich zum besseren Verständnis des Modells. Im echten Leben haben wir alle Anteile aus jedem Persönlichkeitsbereich. In ca. 80% aller Fälle ist die Ausprägung in zweien der Bereiche höher als in den anderen beiden.

In der Grafik können Sie sehen, dass einige Persönlichkeitstypen eine oder zwei Gemeinsamkeiten haben. Zum Beispiel treffen auf den roten Dominanten und den blauen Gewissenhafte die beiden Bereiche

  • Fokus auf der Sache und
  • erleben ihr Umfeld als anstrengend zu

Der grüne Stetige und der blaue Gewissenhafte haben eine Gemeinsamkeit. Beide verhalten sich in ihrem Umfeld eher zurückhaltend.

Wohingegen der gelbe Initiative mit dem blauen Gewissenhaften gar keine Gemeinsamkeit hat.

Wie sieht es aus? Können Sie die anderen drei Konstellationen mit einer, zwei oder gar keiner Gemeinsamkeit aus der Grafik herauslesen?

Oft finden wir Menschen sympathisch wenn wir ähnliche Eigenschaften, Vorlieben oder Verhaltensweisen aneinander entdecken. Je mehr Gemeinsamkeiten, desto höher ist also das Verständnis füreinander und desto größer ist die Sympathie.

In den Konstellationen ohne Gemeinsamkeiten sind folglich Konflikte vorprogrammiert. Oder gilt dann das Sprichwort: Gegensätze ziehen sich an?

Beide Aussagen haben ihre Berechtigung.

Da die Persönlichkeitstypen in den sich diagonal gegenüberliegenden Feldern nach völlig unterschiedlichen Wertsystemen leben, kommt es zwischen ihnen oft und schnell zu Konflikten. So hält der gelbe Initiative den blauen Gewissenhaften für einen kleinkarierten Fliegenbeinzähler. Dieser wiederum findet, dass der Gelbe ein oberflächlicher Dampfplauderer ist. Würden sich beide für die Denkweise des anderen öffnen, dann könnten sie erkennen, dass sie voneinander profitieren könnten.

Unter der Voraussetzung, dass das jeweils andere Wertsystem respektiert, akzeptiert und als eine Bereicherung angesehen wird, kann die Zusammenarbeit gewinnen. Man sagt sogar, dass private Liebesbeziehungen, die vom Typ her keine Gemeinsamkeiten haben, am längsten glücklich zusammen leben.

Zusammenfassung

Wir haben alle, in allen vier Bereichen Anteile.
Bei 80% aller Menschen gibt es in zweien der Bereiche höhere Ausprägungen.
Je höher die Gemeinsamkeiten, desto schneller ist das Verständnis füreinander.
Je weniger Übereinstimmungen desto höher das Konfliktpotenzial aber auch die Ergänzung, wenn das jeweils andere Wertsystem respektiert und geschätzt wird.

Wie kann man erkennen nach welchem Wertesystem jemand lebt und wie darauf reagieren?

Kleidung, Büroeinrichtung, die Art und Weise wie das Fahrzeug genutzt und „eingerichtet“ wird und welche Dinge den Schreibtisch besetzen können als Erkennungsmerkmale dienen.

Am deutlichsten sind jedoch die Signale, die man mit der verbalen und nonverbalen Sprache aussendet.

  • Bei der nonverbalen Sprache, bieten die Körperhaltung, die Art und Weise des Ganges, Blickkontakt, Mimik, Gestik und Händedruck gute Signale.
  • Im Sprachgebrauch, der verbalen Kommunikation benutzt jeder PerönlichkeitsTyp andere Schlüsselwörter, braucht unterschiedlich lange um einen Sachverhalt zu schildern und sie unterscheiden sich auch im Tempo, Rhythmus und bei der Betonung.
Beispiel:
Bis Ende des Jahres soll die entbürokratisierte Pflegedokumentation umgesetzt sein.

Reaktionen:

  • rot Dominant:
    Was haben wir dann erreicht? Du machst das bis dann!

  • gelb Initiativ:
    Super, spannend! Wer ist alles dabei? Unsere Kunden wird das freuen!
  • grün Stetig:
    Was müssen wir denn alles bedenken? Wie soll das denn so schnell gehen? Es ist doch jetzt auch gut.

  • blau Gewissenhaft:
    Was ist der Grund dafür? Welche Arbeitsabläufe sind betroffen? Wir brauchen einen Projektplan!

Alle Reaktionen, die den jeweiligen Wertsystemen entspringen sind berechtigt und hilfreich.

Als Leitungskraft in der ambulanten Pflege, die das Projekt reibungslos und schnell umsetzten möchte haben Sie jetzt die Aufgabe, sich jedem Wertsystem entsprechend zu verhalten.

  • für rot Dominant:
    konkrete Ziele definieren. Knapp und klar den Sachverhalt schildern.
  • für gelb Initiativ:
    die Begeisterung optimistisch bekräftigen und für kleine Erfolgserlebnisse sorgen.
  • für grün Stetig:
    Bedenken ernst nehmen, Zeit für Überzeugungsgespräch nehmen. Sicherheit geben.

  • für blau Gewissenhaft:
    stichhaltige belegbare Gründe anführen. Mit der organisatorischen Planung beauftragen.

Da wir alle in allen Bereichen Anteile haben, ist das typgerechte Führen von Mitarbeitenden nicht ganz so leicht wie ich es jetzt dargestellt habe. Wichtig für jede Leitungskraft ist, zu erkennen, dass ihr eigenes Wertsystem nicht unbedingt mit dem aller anderen sofort kompatibel ist. Erforschen Sie ihr eigenes und wenn Sie gemeinsam mit Ihrem Team Ziele erreichen wollen, dann beachten Sie das Wertsystem der anderen.

Zusammenfassung

Sprache ist ein guter Indikator.
Wir alle benutzen Schlüsselbegriffe.
Wenn wir jemanden überzeugen wollen, dann in der Sprache, die der andere versteht

Zurück zu meinem Vertriebsvorstand. Letztendlich hat er doch noch meinem Konzept zugestimmt. Nämlich als ich im zweiten Termin mein Konzept sachlich anhand von Zahlen, Daten und Fakten präsentierte. Er hatte nämlich hohe blaue Anteile und konnte die Würmer (Argumente) die ich, mit meinen hohen gelben Anteilen im ersten Gespräch anbot, nicht verdauen.

Der Wurm muss eben dem Fisch schmecken und nicht dem Angler!

Bis zum nächsten Mal sage ich Tschüß und machen Sie sich Ihre Praxis leichter!

Ihre Claudia Henrichs

 

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Ich freue mich auf Sie und Dich!

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