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Eine besondere Herausforderung:
Gestern noch im Team heute schon Führungskraft

Als PDL oder sPDL/TL stehst Du jetzt zwischen Deinem Team und Deinem Vorgesetzten. Sandwichposition wird das deshalb auch genannt. Das heißt, auf Dir liegen Erwartungen von oben und unten. Deshalb ist es unbedingt wichtig, dass Du Dir selbst Rollenklarheit verschaffst. Nur dann kannst Du klar in Mitarbeitergesprächen und Teambesprechungen kommunizieren.

Gestern noch im Team, heute schon Leitungskraft

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Bonus-Infos zu dieser Episode:

Hinweis: Danke an Dirk Karbacher, eine langjährig tätige Leitungskraft aus der ambulanten Pflege. Er bereichert diese Episode mit seinen Erfahrungen.

Um das geht es:

  • Du bist jetzt in der Sandwich-Position
  • Selbstreflexion: Sorge für Rollenklarheit
  • Schmerzensgeld und was liegt auf der anderen Seite der Waagschale?
  • Deine erste Teambesprechung
  • Der Schatten des Vorgängers
  • Die "alten Hasen" und das "junge Küken"

In dieser Serie geht es ja um das Thema Teambesprechungen. Also müsste die Überschrift EIGENTLICH heißen:

Dein erstes Meeting als PDL die aus dem Team kommt.

Ich werde aber auch kurz darauf eingehen, welche generellen Themen damit zusammenhängen, wenn jemand aus einem Team heraus Leitung wird. 

Also, was tun und bedenken wenn Du aus dem Team heraus PDL wirst?

 

Selbstreflexion: Sorge für Rollenklarheit

Als PDL oder sPDL/TL stehst Du jetzt zwischen Deinem Team und Deinem Vorgesetzten. Sandwichposition wird das deshalb auch genannt. Das heißt, auf Dir liegen Erwartungen von oben und unten.

Deshalb ist es unbedingt wichtig, dass Du Dir selbst Rollenklarheit verschaffst.

Ja, ich weiß aus eigener Erfahrung, dass der Wechsel aus dem Team in eine Führungsposition auch mit Abschied zu tun hat. Abschied, davon dass Du nicht mehr Teil des Mitarbeiterteams bist.

Du hast jetzt eine andere Rolle und damit andere Aufgaben, die Du verantwortest. Sei Dir darüber ganz klar bewusst,

  1. dass Du Entscheidungen treffen musst, die nicht allen gefallen. (Urlaubsansprüche, Einsatz- und Tourenpläne, Entscheidungen umsetzten, an denen Du keinen Anteil hattest) Möglicherweise wird Dir vorgeworfen, dass Du andere bevorzugst und andere benachteiligst.

  2. Vielleicht wirst Du mit Anschuldigungen konfrontiert. In etwas so: Jetzt trägst Du die Nase aber hoch. Bist Dir wohl jetzt zu fein, eine Tour zu fahren. Hast es endlich geschafft, am Wochenende nicht mehr arbeiten zu müssen.

  3. Mach Dir auch bewusst, dass Du Mitarbeitergespräche und vor allem auch Konfliktgespräche führen wirst mit Menschen, die noch vor kurzer Zeit Deine Kolleg/innen waren,

  4. dass nicht jeder Dir Deine Position gönnt und einige Dich beeinflussen wollen,

  5. dass Du Dich manchmal sehr alleine fühlen wirst.

  6. Sei Dir auch darüber bewusst, dass Du Deine Kernkompetenz "Pflegen" verlässt. Die Komfortzone, die Dir Sicherheit geboten hat, weil Du darin Deine Stärke, Dein Können und Deine Fähigkeiten immer wieder unter Beweis stellen konntest. Daraus hast Du Dein Selbstwertgefühl genährt. Ich kenne übrigens einige PDL, die lieber Touren fahren als ihren Führungsjob wahrzunehmen.

  7. Managen, führen und leiten ist ein neues Lernfeld. Das wird sich noch nicht so sicher anfühlen, wie Dein vorheriger Aufgabenbereich. Sei Dir also darüber im Klaren, dass Du Fehler machen wirst und täglich lernst.

 

Du bist jetzt ein anderer Teil des Teams und verantwortest andere Aufgaben als vorher. Daran gibt es nichts zu rütteln!

 

Schmerzensgeld und was liegt auf der anderen Seite der Waagschale?

Was bekommst Du in Deiner Leitungsposition, für das, was Du aufgibst und für das, was Führen auch nicht immer schön macht?

Bestimmt bekommst Du als Leitungskraft ein höheres Gehalt als vorher. Manche nennen das auch Schmerzensgeld.

Ich weiß nicht, was Dich dazu bewogen hat, eine Leitungsposition einzunehmen. Ich hatte damals auf jeden Fall den ganz starken inneren Drang mitgestalten zu wollen, an Entscheidungen beteiligt zu sein. Ich wollte mit meinem Team die beste Weiterbildung für unseren Außendienst auf die Beine stellen, die es je gegeben hat. Ich wollte es anders, ich wollte es neu und ich wollte es vor allem kundenorientierter. Das ist mir gelungen.

Und nicht jedem in meinem Team hat das gefallen.

Was will ich damit sagen? Es geht nicht um die persönlichen Animositäten. Um den Neid, die Missgunst oder darum, am Wochenende frei zu haben. Aus meiner Sicht geht es in Leitungspositionen immer um zwei Dinge:

  • Gemeinsam mit einem Team Ziele zu erreichen und
  • das Beste für die Kunden zur Verfügung zu stellen, worauf sie ein Anrecht haben, weil ihr einen Vertrag miteinander habt.

Grenze für Dich Deine Führungsrolle von der MA-Rolle ab!

Du hast jetzt die Gesamtverantwortung für

  • Qualität
  • Wirtschaftlichkeit
  • Prozesse
  • Personal
  • Kundengewinnung und –zufriedenheit

und damit andere Aufgaben als eine Pflegekraft.

Du wirst zu vielen Themen, die ich oben aufgezählt habe, Gespräche führen müssen. Mein Tipp ist, verstrick Dich nicht in Nebenkriegsschauplätze und persönliche Konflikte. Nutze immer Eure Ziele und die Pflegekunden als Argument. Wenn Du das für Dich klar hast, dann kannst Du das auch mit Kopf und Herz kommunizieren. Im Mitarbeitergespräch und auf Deinen Teambesprechungen

Deine Sprache ist der Mantel Deiner Gedanken. Das heißt, wenn Du Dir in Deiner Führungsrolle unsicher bist, dann wirst Du es mit der Art, wie Du redest ausdrücken.

 

Fazit: 
Achte darauf, Dich nicht in persönliche Kleinkriege zu verstricken. In Deiner Leitungsposition geht es darum gemeinsam mit Deinem Team Ziele zu erreichen und für Kundenbegeisterung zu sorgen. Je begeisterter Du dafür stehst, desto klarer wird Deine Kommunikation sein.

  

Die erste Teambesprechung

Im „8-Schritt-Konzept“ aus der letzten Episode gilt der Schritt 1 „Check-In“ genau so, wie für eine PDL, die von außen kommt.

Im Schritt 2 „Meine Vorstellung“ kannst Du erzählen

  • warum Du Dich für die Leitungsposition entschieden hast,
  • was in Eurer Beziehung bleibt und
  • dass Du für Dich selbst auch noch einen Weg finden wirst, Deine Führungsrolle auszufüllen. (Du brichst Dir damit keinen Zacken aus der Krone)
  • Bitte auch um Rückmeldungen zu Deiner Führungsrolle aus dem Team. Jeder kann zu Dir kommen und sagen, was ihm/ihr gefällt und was er/sie sich anders wünscht.
  • Sag auch, wie Du damit umgehen willst, wenn Du mit einigen Kolleg/innen enger befreundet bist und was das für die Zukunft bedeutet. Wichtig ist, dass Du betonst, dass Aufgaben und Einsätze gerecht verteilt sein müssen.

Die Schritte 4 – 8 sind für die erste Teambesprechung identisch

Zur Wiederholung die Schritte 4 - 8 aus dem "8-Schritt-Konzept"

Schritt 4 = Mein Selbstverständnis zur Führungsrolle

Schritt 5 = Meine Ziele und Erwartungen

Schritt 6 = Die Erwartungen meines Teams an mich

Schritt 7 = Regeln für die Teambesprechungen (wenn es noch keine gibt)

Schritt 8 = Was ich in den nächsten sechs Wochen tun werde

 

Der Schatten des Vorgängers

Ich habe Dirk Karbacher gefragt, wie man damit umgehen soll, wenn das Team, oder Einzelne mit der vorherigen PDL gut / bzw. nicht gut zurecht gekommen ist?

Seine Antwort hörst Du in der Podcast-Episode. Zu dem, was Dirk gesagt hat, füge ich noch hinzu, dass die Leistung und das Verhalten der Vorgängerin / des Vorgängers nicht schlecht gemacht werden darf.

Profiliere Dich nicht auf Kosten der anderen um Dich in einem besseren Licht darzustellen. Dein Vorgänger/Vorgängerin hatte eine andere Auffassung zu diesem Thema als Du jetzt. Wenn Du Deine Veränderungen gut begründen kannst, und dazu kannst Du IMMER die höheren Ziele anführen

  • Zufriedenheit der Pflegekunden
  • Reibungslosere Arbeitsabläufe
  • Wirtschaftlichkeit

dann argumentierst Du in die Zukunft. Das Wühlen in der Vergangenheit ist Zeit- und Energieverschwendung.

Fazit:
Positioniere Dich in Deiner Leitungsrolle in der ersten Teambesprechung

 

Die alten Hasen und das junge Küken

Wenn Du gerade die Weiterbildung zur PDL abgeschlossen hast und in Deinem Team langjährig tätige und erfahrene ältere Mitarbeiter/innen hast, dann gilt es, eine besondere Herausforderung zu meistern.

Wenn es schlecht läuft, dann geratet Ihr in eine Schleife der Abwertung.

Der jungen motivierten PDL fällt bestimmt viel auf, was ihr an den „Alten Hasen“ nicht passt und andersherum ist die Gefahr groß, dass die neue PDL nicht ernst genommen wird. So machen sich schnell zwei Lager auf, die kein gutes Haar aneinander lassen und nicht selten kommt es zu Anfeindungen, Boykott, Drohungen oder Burnout. Ursache dafür ist, dass soziale Anerkennung das größte Bedürfnis von Menschen ist. Wenn die fehlt, dann führt das schnell zu Konflikten und Streit.

Wichtig ist also in eine Aufwertungsschleife zu kommen. Diese Initialzündung muss von der Leitungskraft kommen, völlig unabhängig davon, wie alt sie ist.

 

11 Schritte für Dich um in die Aufwertungsschleife zu kommen:

  1. Schau noch einmal anders auf Deine ehemaligen Kolleg/innen als vorher und registriere, was die Erfahrenen in der Vergangenheit geleistet haben,
  2. welche Kompetenzen sie mit Leichtigkeit anbringen,
  3. welches Potenzial noch brach liegt und nur auf den Einsatz wartet.
  4. Besprich genau das im Vier-Augen Gespräch und
  5. bitte auch darum, in bestimmten Situationen beraten zu werden. Damit brichst Du Dir auch keinen Zacken aus der Krone.
  6. Du kannst auch artikulieren, dass es für Dich ungewohnt ist, Mitarbeitende zu haben, die im Alter Deiner Mutter sind.
  7. Bitte um Rückmeldung, wenn sich jemand auf die Füße getreten fühlt.
  8. Mach deutlich, wenn Du etwas verändern möchtest, dass es Vorteile hat, durch die PDL Weiterbildung auf dem neuesten Stand zu sein und dies dem gesamten Pflegedienst nützlich ist.
  9. Verbanne die Bezeichnung „Alte Hasen“ aus Deinem Wortschatz und
  10. sollte Dich jemand „Junges Küken“ nennen, dann frag gelassen zurück, was sie denn damit genau meint. Und welches Thema sie denn mit Dir besprechen möchte.
  11. Bleib sachlich und verweise immer auf die Ziele, die ihr gemeinsam erreichen wollt. Die haben nämlich etwas mit dem Pflegedienst und seinen Kunden zu tun und weniger mit den persönlichen Animositäten.

 

Fazit:
Das größte Bedürfnis von Menschen ist soziale Anerkennung. Nimm die wertschätzende Haltung der Aufwertungspirale ein, denn Abwertungen führen zu Zeit- und Energieverschwendung.

  

Zusammenfassung

1. Du bist jetzt in der Sandwich-Position

Auf Dir liegen Erwartungen von unterschiedlichen Ebenen; Deinen Mitarbeitenden und Deinen Vorgesetzten 

2. Selbstreflexion: Sorge für Rollenklarheit

Du bist jetzt ein anderer Teil des Teams und verantwortest andere Aufgaben als vorher. Daran gibt es nichts zu rütteln.

3. Schmerzensgeld und was liegt auf der anderen Seite der Waagschale.

Achte darauf, Dich nicht in persönliche Kleinkriege zu verstricken. In Deiner Leitungsposition geht es darum gemeinsam mit Deinem Team Ziele zu erreichen und für Kundenbegeisterung zu sorgen. Je begeisterter Du dafür stehst, desto klarer wird Deine Kommunikation sein.

4. Deine erste Teambesprechung

Positioniere Dich in Deiner Leitungsrolle in der ersten Teambesprechung
 

5. Der Schatten des Vorgängers

Rede nicht schlecht über Deine Vorgänger. Agiere lösungsorientiert indem Du Deine Entscheidungen mit Euren Zielen für die Zukunft begründest.
 

6. Die "alten Hasen" und das "junge Küken"

Das größte Bedürfnis von Menschen ist soziale Anerkennung. Nimm die wertschätzende Haltung der Aufwärts-Spirale ein, denn Abwertungen führen zu Zeit- und Energieverschwendung.

 

Action Step 

Wenn Du gerade aus dem Team heraus Leitungskraft geworden oder es bald wirst, dann nimm Dir die sieben Selbstreflexions-Themen und erarbeite Dir eine klare Position dazu.

Wenn Du schon länger Führungskraft bist, dann check doch einmal, in welchen der sieben Punkte Du Rollenklarheit hast.

 

Ich wünsche Dir viel gute Energie bei der Umsetzung. 

Liebe Grüße von

Claudia, Claudia Henrichs

 

 

 

Noch einige Worte zum Action Step. Damit Du so viel wie möglich von jeder Podcast-Episode hast, gibt es immer einen Vorschlag von mir, den Action Step, den Du ausprobieren oder umsetzten kannst. Eine gute Idee ist auch, dass Du Dir ein Heft oder eine Mappe zum Podcast anlegst und Dir zu jeder Folge den für Dich wichtigsten Impuls einträgst. Nur einen einzigen pro Folge. Und dann lass Dich jeden Tag von Deinem Impuls begleiten. Es reicht schon, wenn Du einmal, am besten immer zu einem festen Zeitpunkt am Tag, kurz an Deinen Impuls denkst. Also zum Beispiel bei der ersten Tasse Kaffee oder während der Fahrt zum Dienst oder während Du abends die Zähne putzt.

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