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Was genau soll mit dem Thema auf der Dienstbesprechung erreicht werden?

In der Abschlussreflexion des Workshops "Heimliche Leistungen verringern" war die Pflegedienstleitung Manfred sofort von der Idee begeistert, das Thema auf den nächsten Dienstbesprechungen noch einmal anzusprechen.

Doch wie genau geht denn „ansprechen“?! Und vor allem, was will Manfred damit erreichen? Immerhin werden beim nächsten Team-Meeting auch Mitarbeitende anwesend sein, die am Workshop nicht teilnehmen konnten.

Ein Beispiel aus meiner Praxis

Manfred ist erleichtert! Er ist Pflegedienstleitung und gerade ist ein Fünf Stunden Workshop zum Thema „Heimliche Leistungen verringern“ zu Ende gegangen. Auch seine erfahrenen Pflege-Spezialistinnen, die dem Thema sehr kritisch gegenüber standen, waren begeistert und voll motiviert, in Zukunft die Gefälligkeitsleistungen bei den Pflegekunden anzusprechen.

Wie das genau geht, hatten wir im Workshop miteinander erarbeitet. Die entstandenen Ideen und Formulierungen fühlten sich für viele noch etwas ungewohnt an. Doch sie passten zum Pflegeverständnis und wirkten sehr kundenorientiert. Gleichzeitig wurde in den Formulierungen deutlich, dass die vom Pflegekunden gewünschten zusätzlichen Leistungen in Zukunft in den Vertrag mit aufgenommen werden können.

Für Manfred war klar, dass die Themen und Ergebnisse des Workshops ein Tagesordnungspunkt für die nächste Dienstbesprechung sein müssen.

Ziele für jeden Tagesordungspunkt müssen sein

In der Podcast-Folge 37 habe ich dir die einzelnen Felder der Tagesordnung für eine Team- bzw. Dienstbesprechung vorgestellt. Ich hatte Dir empfohlen, bei der Vorbereitung schon zu entscheiden, was Du zu jedem einzelnen Tagesordnungspunkt erreichen willst und das auch in die Spalte „Ziele“ einzutragen. (Eine Vorlage für die Tagesordnung findest Du im Artikel PA37) Das ist der wichtigste Punkt bei der Vorbereitung eines Meetings. Was wissen, können, tun Deine Mitarbeitenden zu diesem Thema wenn die Besprechung vorbei ist. Welches Ergebnis soll auf dem Tisch liegen?

Besonders wichtig ist eine konkrete Zielformulierung wenn es darum geht, dass Deine MA etwas anders machen sollen als vorher. Sich anders verhalten oder anders handeln sollen. Die bekannte, routinierte übliche Gewohnheit verändern sollen. 

Zum Beispiel, wenn Dein Team die Formulierung  „Na gut, ich creme Ihnen die Beine ein“ verändern soll in „Das mache ich gerne heute einmalig für Sie. Wenn Sie das in Zukunft immer genießen wollen, dann sage ich meiner PDL dass sie diese Leistung in den Vertrag aufnimmt.“ 

Wenn Du die Folge 37 noch nicht gehört oder gelesen hast, dann hole das auf jeden Fall noch nach. 

 

Die Bloomsche Lernzieltaxonomie 

In der Folge heute greife ich das Thema noch einmal auf, damit Du verstehst, dass das Ziel Auswirkungen auf die Methode hat, mit der Du das Thema bearbeitest und die Methode die Zeit bestimmt.

Das Ziel eines Themas hat Auswirkungen auf die Methode und die Zeit!

 

Damit Du zu diesem Thema mehr Fakten hast und später besser verstehst, welchen Zusammenhang es zwischen Ziel, Methode und Zeit gibt, stelle ich Dir Benjamin (Samuel) Bloom vor.

Benjamin Samuel Bloom (geboren 1913, gestorben 1999) war amerikanischer Psychologieprofessor und Erziehungswissenschaftler. Er wurde weltweit berühmt durch seine Lernzieltaxonomie. Ein anderes Wort für Taxonomie ist Klassifikationsschema für Lernziele. 

Im Zusammenhang mit Lernen und Lehren beschäftigte Bloom sich mit dem Thema wie ein Unterrichtsstoff aufbereitet und dargeboten werden muss, damit die Lernenden am Ende einen Zugewinn an Kompetenzen nachweisen können. 

Wie muss ein Thema aufbereitet und bearbeitet werden, damit am Ende ein Zugewinn an Kompetenzen nachgewiesen werden kann?

Die Bloomsche Taxonomie ist nicht nur für einen Lehrplan prima geeignet sondern für jede Form der Präsentation oder Themenbearbeitung innerhalb eines Meetings, eines MA-Gesprächs oder eines Vortrages.

Die ersten drei Stufen der Bloomschen Taxonomie sind:

  • wissen / erinnern
  • verstehen und
  • anwenden

Beim Wissen geht es um das Erinnern von konkreten Fakten, Informationen, Theorien und Methoden

Verstehen heißt, die Bedeutung verstehen die einzelne Informationen zueinander haben.

Anwenden ist, das Wissen auf konkrete Situationen übertragen können und erkennen, wie das verstandene zur Lösung eines Problems eingesetzt werden kann.

Diese drei Kompetenzen bauen aufeinander auf. Logisch oder? Erst brauche ich Zahlen, Daten und Fakten. Dann muss ich Zusammenhänge verstehen können um in die Umsetzung zu kommen.

Ich nehme einmal an, dass Umsetzen in den meisten Fällen Dein Ziel ist, oder? Wenn ja, musst Du alle drei Kompetenzbereiche bedienen und zwar in genau dieser Reihenfolge.

Wenn Du möchtest, dass Dein Team etwas Neues umsetzt, musst Du alle drei Kompetenzbereiche bedienen!

Reicht eine Anweisung nicht aus?

Natürlich kannst Du auch eine Anweisungen geben so nach dem Motto,

"Ab morgen unterlasst Ihr es, Gefälligkeitsleistungen zu erbringen!!!" oder

"Ab morgen benutzt Ihr alle genau diese Formulierung!"

 

Doch Du spürst wahrscheinlich schon, dass diese Anweisung nicht wirklich zum Erfolg führt. Wie oft hast Du schon über das Thema „Gefälligkeitsleistungen“ gesprochen und wie nachhaltig war dann die Umsetzung? 

Es geht kein Weg daran vorbei, erst Wissen zu liefern, dann verstehen zu ermöglichen um dann in die Anwendung zu kommen. Und nach einer Anwendungsphase braucht es auch Möglichkeiten, das neu Gelernte nachweisen zu können. Das heißt, prüfen, ob das Neue auch wirklich erinnert, verstanden und in der Praxis angewendet wird.

Erst wenn ich die Fakten kenne und verstehe, dass der Pflegekunde durch das PSG II viele Möglichkeiten hat, seine alltagsbegleitenden Unterstützungswünsche auch erfüllt zu bekommen, wenn er sie denn in den Vertrag aufnimmt, erst dann können wir darüber arbeiten, wie wir das denn kommunikativ so rüber bringen, dass die gute Beziehung zwischen Pflege-Spezialist und Pflegekunden erhalten bleibt. 

Im Workshop von Manfred war übrigens keiner aus dem Team mehr bereit Leistungen in Höhe von rund 40 Tsd Euro pro Jahr ohne Gegenwert zu erbringen, als klar wurde, dass kaum ein Pflegekunde sein Sachleistungsbudget zu 100% in Anspruch nimmt. 

 

Wissen, verstehen und anwenden

In der Bloomschen Taxonomie werden den Kompetenzbereichen Verben zugeordnet, die es Dir erleichtern Ziele konkret zu beschreiben.

Kompetenzbereich Wissen/Erinnern

Beispiel:
Mein Team kann den Unterschied zwischen der alten und der neuen Version des Pflegebedürftigkeitsbegriffes NENNEN.

Weitere Verben, die dem Bereich Wissen zugeordnet sind:

angeben, aufschreiben, aufzählen, ausführen, bezeichnen, beschreiben, darstellen, wiederholen

 

Kompetenzbereich Verstehen

Beispiel:
Mein Team kann ERKLÄREN, wie sich der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff auf die Sachleistungen auswirkt.

Weitere Verben, die dem Bereich Verstehen zugeordnet sind:

deuten, einordnen, erklären, interpretieren, übertragen, umschreiben

 

Kompetenzbereich Anwendung 

Beispiel:
Mein Team kann situativ ABSCHÄTZEN, ob der Vertrag sofort erweitert werden kann oder ob es ein zusätzliches Gespräch mit der PDL braucht.

Weitere Verben, die dem Bereich Anwendung zugeordnet sind:

anknüpfen, begründen, einordnen, entwickeln, unterscheiden, umschreiben

Eine Tabelle mit den Zuordnungen weiterer Verben findest Du im Downloadbereich. Ebenso die zusätzlichen drei Kompetenzbereiche:

  • analysieren,
  • kombinieren/erschaffen und
  • bewerten.

Für eine Teambesprechung sind die drei Letztgenannten aus meiner Sicht nicht so relevant. Daher habe ich mich auf die drei ersten beschränkt.

 

Das Ziel bestimmt die Methode und die Zeit

Hier findest Du noch einmal ein Zitat von Konrad Lorenz (Österreichischer Verhaltensforscher *1903 – +1989):

"Gesagt ist nicht gehört.

Gehört ist nicht verstanden.

Verstanden ist nicht einverstanden.

Einverstanden ist nicht beibehalten.

Beibehalten ist nicht umgesetzt."

 

Gesagt ist nicht gleich umgesetzt. Sagen reicht nicht aus!

 

Von Deinem Ziel –wissen, verstehen, umsetzen – hängt also die Methode ab. Methode heißt, wie Du ein Thema präsentierst oder erarbeiten lässt. Und von der Methode hängt der Zeitbedarf ab, den Du für jeden einzelnen Thema brauchst.

 

Vier Fragen für jeden Tagesordungspunkt 

  • Was soll nach dem TOP erreicht sein? | Ziel
  • Wie bearbeiten wir das Thema? | Methode
  • Wie viel Zeit plane ich ein? | Zeit
  • Wie stelle ich sicher, dass das Ziel erreicht wurde? | Controlling

 

Wenn es lediglich Dein Ziel ist, dass Dein Team Wissen/Fakten reproduzieren kann, wie zum Beispiel die Verrichtungen innerhalb eines Leistungskomplexes kennen, dann reicht als Methode eine Information aus und Du brauchst eher weniger Zeit. (Welche Methoden Du genau anwenden kannst, dazu hörst Du im Laufe dieser Podcast-Serie noch viel mehr.)

Wie stellst Du sicher, dass Du das Ziel erreicht hast?

Auch dazu gibt es zahlreiche Methoden, zu denen Du noch mehr hören wirst.

Hier sind schon einmal drei Möglichkeiten:

  • Du lässt Einzelne noch einmal wiederholen
  • Du führst ein kurzes Quiz durch
  • Du bereitest eine Multiple-Choice Abfrage vor (Test)

 

Wenn Du möchtest, dass Dein Team Zusammenhänge versteht, dann kommst Du mit der reinen Information nicht weit. Informationen können die Basis für Methoden sein, die dazu führen, Zusammenhänge verstehen zu können. Zum Beispiel Diskussionen, die Du mit Fragen steuerst oder Gruppenarbeiten oder Vor- und Nachteilssamlungen.

Durch gut vorbereitete Fragen kannst Du noch während des Meetings feststellen, ob die Zusammenhänge verstanden wurden. Jetzt ahnst Du es schon, das kostet mehr Zeit als die reine Information.

Wenn Du möchtest, dass etwas umgesetzt wird, in unserem Beispiel, dass die Kommunikation mit den Pflegekunden verändert wird, dann musst Du eine Übungsphase einplanen. Es ist ein Unterschied, ob ich schöne Sätze nur von einem anderen höre oder ob ich selbst einmal ausprobiere, wie mir die Wörter und Sätze über die Zunge gehen. Auch das kostet Zeit.

Methoden, die zum Verstehen oder der Umsetzung führen kosten Zeit!

 

Reichen zwei Stunden für eine Dienstbesprechung aus?

Die Frage aus meiner Überschrift, ob zwei Stunden für eine Teambesprechung ausreichen, kann nicht mit ja oder nein beantwortet werden. Es kommt darauf an, welche Ziele Du erreichen willst. 

Wenn es Dir wichtig ist, dass alle Deine Mitarbeitenden in die Umsetzung kommen, dann hast Du aus meiner Sicht die Wahl zwischen

  1. das Thema x Mal wieder und wieder anzusprechen und Frust aufzubauen oder
  2. Du investierst beim ersten Mal genügend Zeit und nimmst vielleicht nur ein einziges Thema auf die Agenda.

Auf lange Sicht hast Du mit der zweiten Variante mehr gewonnen auch wenn es zu Beginn etwas aufwändiger ist. 

 

Manfreds nächste Dienstbesprechung

Im Kreis des Leitungsteams haben wir folgende Ideen gesammelt:

  1. Alle, die nicht am Workshop teilgenommen haben, bekommen die Unterlagen vor der nächsten Dienstbesprechung ausgehändigt. (Ziel: Wissen / Erinnern)
  2. Manfred und seine stellvertretende PDL erzählen, wie der Workshop abgelaufen ist und welche Ergebnisse wir erarbeiten haben. (Ziel: Wissen / Erinnern)
  3. Jeder MA, der nicht im Workshop dabei war, bekommt eine Kollegin an die Seite, die nach der DB noch einmal aus ihrer Sicht erzählt, was Inhalt war. (Ziel: Verstehen)
  4. Die klassischen Situationen wie z.B.: "Schwester Claudia macht das aber immer für mich“ – wir hatten neun Situationen auf dem Flipchart gesammelt, werden auf 9 DIN A4 Blätter geschrieben.
  5. Die Struktur der Empathie-Formel hängt als Flip-Chart im Raum.
  6. In jeder Dienstbesprechung wird eine der neun Situationen ausgewählt und auf der Grundlage der Empathie-Formel behandelt. Ca. 15 Minuten. (Ziel: Umsetzung und Cotrolling)

Lohnt sich der Aufwand?

Wenn nur die Hälfte der Leistungen in Höhe von ca. 40 Tsd. Euro pro Jahr in vertragliche Leistungen umgewandelt wird, ist liegt die die Antwort auf der Hand, oder?

 

Action Step 

Entscheide bitte für jeden Tagesordnungspunkt Deiner nächsten Teambesprechung ob Du willst, dass Dein Team danach mehr weiß, mehr versteht oder mehr umsetzt. Es gibt auch Themen, bei denen alle drei Kompetenzbereiche gefragt sind. Dann plane genügend Zeit ein!

 

 

Ich wünsche Dir viel gute Energie bei der Umsetzung.

Und wenn Du etwas mit mir teilen möchtest, dann nutze doch einfach das Kommentarfeld.

 

Liebe Grüße von

Claudia, Claudia Henrichs

 

Beta-Online-Kurs: "Heimliche Leistungen verringern"

Wenn Du Dich fragst, wie das nach einem langen Tag für das Team von Manfred möglich war, voller Energie und Motivation zu sein, dann lautet meine Antwort:

Das hat etwas mit den Methoden zu tun, die ich in meiner Arbeit einsetze.

Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Du als Leitungskraft genau diese Energie und Motivation ebenfalls erzeugen kannst, ohne das ich live vor Ort dabei bin. Daher plane ich für das zweite Halbjahr einen Online-Kurs zum Thema „Heimliche Leistungen verringern“ zu erarbeiten. Zuerst wird es eine Beta-Version geben. Das bedeutet, dass in dieser ersten Version der Kurs gemeinsam mit den Teilnehmenden gestaltet wird um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.

Zum Thema „Heimliche Leistungen verringern“ wirst Du lernen,

  • mit welchen Methoden Du es im Rahmen Deiner Dienstbesprechungen schaffst, dass Dein Team kompetent und sympathisch reagiert, wenn nach zusätzlichen Leistungen gefragt wird oder
  • wahrnimmt, dass die pflegebedürftige Person mehr Leistungen gebrauchen könnte.

Wenn Du wissen möchtest, wann es los geht, dann trag Dich in die Interesse-Liste ein.

Klick hier auf das Bild und Du bekommst mehr Informationen.

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Du verpflichtest Dich mit Deinem Eintrag zu nichts. Du bekommst lediglich die Info, wann ich mit der Erstellung starte und wie ich mir die Zusammenarbeit vorstelle. Ob Du wirklich teilnehmen willst, kannst Du dann immer noch später entscheiden. Also, ich freue mich, wenn Du dabei bist!

 

 

Noch einige Worte zum Action Step. Damit Du so viel wie möglich von jeder Podcast-Episode hast, gibt es immer einen Vorschlag von mir, den Action Step, den Du ausprobieren oder umsetzten kannst. Eine gute Idee ist auch, dass Du Dir ein Heft oder eine Mappe zum Podcast anlegst und Dir zu jeder Folge den für Dich wichtigsten Impuls einträgst. Nur einen einzigen pro Folge. Und dann lass Dich jeden Tag von Deinem Impuls begleiten. Es reicht schon, wenn Du einmal, am besten immer zu einem festen Zeitpunkt am Tag, kurz an Deinen Impuls denkst. Also zum Beispiel bei der ersten Tasse Kaffee oder während der Fahrt zum Dienst oder während Du abends die Zähne putzt.

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