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Engel Teufel

Wie der Weihnachtsbesuch harmonisch gestaltet werden kann

Viele werden einen Teil der Weihnachtstage im Kreise der Familie und Verwandten verbringen. Oft hat man sich lange nicht gesehen und manchmal gibt es Streit. Anlass ist vielfach eine unterschiedliche Meinung zu bestimmten Themen, verschiedenen Lebensentwürfe oder Weltanschauungen. Hier ein kleiner Tipp wie Sie trotz aller Unterschiedlichkeit, Streit vermeiden können.

Wir alle machen uns ein Bild von unserer eigenen Wirklichkeit. Wir geben Situationen, Gegenständen und Personen eine bestimmte uns passende Bedeutung und bewerten anschließend. Zum Beispiel ist für den einen Weihnachten eine romatische Zeit, für den anderen ist es es die pure Hektik. Wer hat nun Recht? Beide, werden Sie vielleicht sagen. So sehe ich das auch.

Das bedeutet, es existieren so viele Wirklichkeiten, wie es Menschen auf dieser Welt gibt und die eine einzige Wahrheit gibt es gar nicht weil wir alle unsere eigene Landkarte von der Welt, wie wir sie sehen, haben.

Unsere Insel

Ich sage oft, wir sitzen alle auf unterschiedlichen Inseln. Die eine Insel hat mehr Bäume, die andere mehr Strand und wieder eine Inselnandere hat Berge oder Hügel. Und dann gibt es Inseln mit einem Straßennetz und andere mit Trampelpfaden.
Berge, Strand oder Straßennetz auf Ihrer ganz eigenen Insel stehen für Ihre Überzeugungen, Erfahrungen, Meinungen, Vorlieben und Lebensweisen.

Als ich in meine erste eigene Wohnung zog, war meine Mutter entsetzt, dass es keine Gardinen gab. Auf ihrer Insel waren Gardinen nicht wegzudenken, auf meiner kamen sie gar nicht vor. Haben wir gestritten? Ja! Wir haben nämlich die jeweils andere Vorstellung von Wohndekoration abgewertet.

Was bedeutet das nun für unsere Weihnachtsbesuche?

Wenn Sie sich in den nächsten Tagen zum Familienbesuch aufmachen, lade ich Sie ein, sich wie ein Insel-Entdecker zu fühlen. Sobald Sie auf unterschiedliche Meinungen stoßen, erkunden Sie doch einmal die andere Insel. Wie das geht?

Stellen Sie Fragen!

Nun gibt es solche Fragen und solche. Seit Jahrzehnten begegenen wir der Aufforderung offene statt geschlossene Fragen zu stellen. Schauen wir noch einmal, worin der Unterschied liegt.

Geschlossene Fragen kann man, wenn man es genau nimmt, entweder mit „Ja" oder mit „Nein" beantworten.

Beispiele für geschlossene Fragen:

  • Hast Du zwei verschiedene Braten zubereitet?
  • Wissen deine Eltern, dass wir erst am 1. Weihnachtstag kommen?
  • Darf Tom mit dem iPad spielen?

Offene Fragen, das haben wir gelernt, beginnen mit einem W-Fragewort. Also: wer, wie, was, wohin.

Beispiele für offene Fragen:

  • Wer hat das Licht angelassen?
  • Wie funktioniert der Herd?
  • Was hast Du heute zwischendurch gegessen?
  • Wohin fahrt Ihr denn in Urlaub?

Es gibt noch mehr Frageworte, die mit einem W beginnen: warum und weshalb, weswegen, wieso.

Beispiele: Fragen, die zu Rechtfertigung oder Angriff führen können

  • Warum hast Du Dich denn für dieses Geschenk entschieden?
  • Weshalb gehst Du denn nicht mit zum Gottesdienst?

Je nach dem mit welcher Betonung wir die oben aufgeführten Fragen stellen, könnte es bei der einen oder anderen Frage sofort zu Missstimmung kommen. Ich finde noch einen weiteren Aspekt interessant. Alle Fragen werden von der eigenen Insel aus gestellt. Merken Sie das? Auch bei den Beispielen zu den offenen Fragen ist der Raum für Antworten begrenzt.

Erkundende Fragen

Deshalb möchte ich noch eine weitere Variante der offenen Fragen einführen. Die erkundende Frage. Unabhängig davon was ich denke oder meine, bin ich interessiert daran die Insel des anderen zu erkunden.

Beispiele für erkundende Fragen:

  • Was ist Dir denn wichtig, wenn es darum geht, dass wir alle einen schönen Nachmittag verbringen?
  • Welche Idee hast Du, das alles unter einen Hut zu bringen?
  • Worauf legst Du Wert, wenn es darum geht, jedem eine kleine Freude zu machen?
  • Wie ist Deine Vorstellung?
  • Was hast Du erlebt?
  • Was war dieses Jahr besonders beeindruckend für Dich?
  • Was meinst Du genau, wenn Du erfolgreich sagst?
  • Welche Gedanken gingen Dir durch den Kopf?
  • Was macht Dich glücklich?
  • Was war besonders schön?

Wenn Sie jetzt noch zuhören -ich finde das Wort hin-hören noch passender- und bei Schlüsselwörtern nachfragen, dann zeigen Sie Interesse daran, die Insel des anderen erkunden zu wollen. Sie können ja ruhig weiterhin eine andere Meinung haben. Oft kommt es auch vor, dass sich die eigene Insel sogar noch ein wenig verschönert.

Je mehr Raum Sie für die Antwort Ihres Gesprächspartners lassen, desto mehr werden Sie von seinen Gedanken und Meinungen kennenlernen.Erkundende Fragen

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viele harmonische Begegnungen - nicht nur beim Weihnachtsbesuch.

Claudia Henrichs

Übrigens: Eine Umfrage der Zeitschrift MENS HEALTH ergab, dass der häufigste Anlass für Ärger beim Weihnachtsbesuch das Weihnachtsessen ist.

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Ich freue mich auf Sie und Dich!

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