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Ein Erfahrungsbericht aus der Praxis

(von Maria Hanisch)

Im September 2015 schrieb Thomas Sießegger, SießeggerSozialmanagement einen Artikel im Häusliche-Pflege-Blog zum Thema „Private Equitiy – Heuschrecken – suchen ambulante Pflegedienste zum Kaufen“  Seine Einschätzung ist u.a., dass dies kaum gelingen wird, „denn erfolgreiche Pflegedienste leben von der Aura der Pflegedienstleitung, von der Persönlichkeit, vom "Herzblut", was darin steckt, und von der richtigen Personal-Einsatz-Planung ...) Dem stimme ich voll und ganz zu.

Unter bestimmten Bedingungen können Übernahmen, wenn sie nicht von renditegetriebenen Investoren, angestrebt werden, erfolgreich sein, wenn drei weitere Aspekte berücksichtigt werden.

Eine Erfolgs-Story

Eher Zufällig erhielten wir die Anfrage eines katholischen Krankenpflegevereins deren Pflegedienst zu übernehmen. Dem ehrenamtlich tätigen Vorstand war es wichtig, dass sein Pflegedienst den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht werden kann und in gute professionelle Hände kommt.
Wohlgemerkt, es ging nicht ums Kaufen!

 

In den Verhandlungen konnten wir uns schnell einigen. Im nächsten Schritt galt es, die Übernahme der Mitarbeitenden und der Kunden zu planen, deren Einverständnis zu erlangen und die Übernahme des Anlagevermögens wie zum Beispiel Büroinventar und Fahrzeuge zu klären.

 

Für diese Aktivitäten hatten wir drei Monate geplant. In dieser Zeit sind alle Kunden besucht und gefragt worden ob sie mit dem Wechsel zu uns einverstanden sind. In unserem Fall war es nicht schwer die Kunden zu überzeugen, da wir zusagen konnten, dass sie auch weiterhin von den selben Mitarbeitenden versorgt werden würden.

Viel Aufmerksamkeit haben wir den Mitarbeitenden zukommen lassen. Da der Krankenpflegeverein in einem kirchlichen Kontext arbeitete, waren unsere Philosophie und Ausrichtung sehr ähnlich. Dies halte ich aus heutiger Sicht für einen wichtigen Erfolgsfaktor bei einer Übernahme. Fast 95 % aller Kunden und alle 35 Mitarbeitende haben sich für den Wechsel zu uns entschieden.

 

Wir hatten zwei Jahre eingeplant um die Strukturen und Wirtschaftlichkeit des neuen Dienstes an die unseres Verbandes anzupassen. Schon nach einem Jahr haben die übernommenen Stationen alle unsere Erwartungen übertroffen und bereits ein positives Wirtschaftsergebnis erzielt. 
Das war ein gewaltiger Weg und Erfolg, den die Mitarbeitenden da geleistet haben. Auch heute, drei Jahre nach der Übernahme, arbeiten nahezu alle Mitarbeitenden noch bei uns und der Dienst hat eine Fachkraftquote von 70 %. Davon kann ich an anderen Stellen nur träumen.

Nach diesem erfolgreichen ersten Projekt, galt die Übernahme eines Dienstes bei uns als positives Modell, Kunden und Personal zu gewinnen.

 

Eine weniger geglückte Übernahme

Wieder eher durch Zufall, und nicht systematisch danach gesucht, bekam ich Kontakt zu einer Inhaberin eines Dienstes, die in den Ruhestand gehen und ihren Dienst verkaufen wollte. Es handelte sich um ein Einzugsgebiet, in der unsere eigene Sozialstation klein war und händeringend nach Kunden Ausschau hielt. Dies machte es für uns besonders interessant, in die Verhandlung einzusteigen. Nach dem ersten Gespräch wurde deutlich, dass es hier um viel Geld ging, die als Forderung im Raum stand. Wie sollte ich beurteilen und einschätzen wie viel Wert ein Pflegedienst hat?

So haben wir Thomas Sießegger, gebeten, ein Gutachten zu erstellen und uns eine Einschätzung zum Wert dieses Dienstes abzugeben.

Das Gutachten hat sehr dazu beigetragen, die Summe des Verkaufspreises in den Verkaufsverhandlungen auf eine realistische Größe zu bringen und schließlich wurden wir uns einig.

 

Was jetzt alles in die Wege zu leiten war, kannten wir ja schon: Kunden und Mitarbeitende in den Blick nehmen und mit Ihnen die Übernahme zu besprechen. Alles so, wie wir es schon einmal gemacht hatten.

Heute, etwa zwei Jahre nach dieser Übernahme haben wir lediglich noch 20% der Kunden aus dem übernommen Dienst. Manche sind erst gar nicht zu uns gekommen, andere haben sich später einen anderen Pflegedienst gesucht. Die Gründe  dafür waren, dass die Versorgung und vor allem die Abrechnung, die Erstellung eines Pflegevertrages, in denen alle Leistungen die erbracht und aufgenommen und dann auch abgerechnet werden, neu und anders waren, als sie es bisher gewohnt waren.

Zwei von 13 Mitarbeitenden sind heute noch bei uns. Bei allen anderen passte die Mentalität, die Philosophie nicht zusammen. Ein Aspekt den ich so vorher nicht gesehen habe.

 

Nach diesen Erfahrungen, würde ich, sollten wir erneut vor der Entscheidung einer Übernahme stehen, den Dienst doppelt und dreifach anschauen, ob Kunden und Mitarbeitende zu unserer Arbeitsweise und Mentalität passen. Das ist nicht selbstverständlich und dieser Aspekt kann auch kein nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten erstelltes Gutachten garantieren, auch wenn es sehr gut erstellt war.

 

Meine drei Tipps für erfolgreiche Übernahmen:

  1. Wenn es um`s Kaufen geht, lassen Sie sich ein Gutachten erstellen
  2. Führen Sie Gespräche mit den potenziellen zukünftigen Mitarbeitenden und prüfen Sie gemeinsam, ob die Philosophie, die Werte übereinstimmen
  3. Prüfen Sie, ob Vertragsgestaltung, Leistungserbringung und Abrechnungsverfahren kompatibel sind.

 

Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Schreiben Sie uns Ihre Tipps!

 

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