Azubis für die Pflege gewinnen | Innovation Teil 2

PA6465 Webseite 
Zwei innovative Projekte: "Bei Anruf Ausbildung" und "Pflege macht Schule"

 Manuela Garbrecht, St. Gereon Seniorendienste:

„Wir können die Kultur in der Pflegelandschaft nur verändern, wenn wir schlechte Rahmenbedingungen nicht aussitzen, ertragen und erdulden.“

Leonie Emmerich:

Wenn mir etwas nicht gefällt, muss ich das ansprechen und am besten gleich eine Idee mit liefern.

 

 

Azubis für die Pflege gewinnen | Teil 2

iPhone-Nutzer/innen abonnieren den Podcast bei iTunes. Für alle Android-Smartphones gibt es Google Podcasts.  Für Spotify und YouTube einfach auf die Links klicken.

Bonus-Infos zu dieser Episode| weitere Links findest Du im Beitrag eingebettet

 

Hier findest Du die wichtigsten Impulse aus unserem Gespräch

Um das geht es:

  • Wie eine wertschätzende, mitarbeiterorientierte und innovative Unternehmemskultur verbreitet werden kann
  • Pack Deine Tasche und geh, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen
  • Wie der barrierefreie Kontakt organisiert wird
  • Die Probezeit - Du kannst für Dich entscheiden, ob das ein Beruf ist, den Du möchtest
  • Wenn es auch mal schwierig wird
  • Wie bekannt ist die Initiative „Pflege macht Schule“ in Deutschland
  • Für wen lohnt es sich, dabei mitzumachen
  • Der Leitgedanke des Projektes

 

 

Bei Anruf Ausbildung

Unternehmenskultur

 

Wie unterscheidet sich Eure wertschätzende, mitarbeiterorientierte und innovative Unternehmenskultur von dem Durchschnitt der anderen?

  • Von einigen Einrichtungen unterscheiden wir uns sehr stark
  • Manche Einrichtungen empfehle ich auch nicht.
  • Wenn von 100 Azubis 15 übernommen werden, haben 85 Menschen die Möglichkeit, den Geist unserer wertschätzenden Unternehmenskultur weiterzutragen

Viele rufen Manuela Garbrecht Monate später an und sagen:  „Ich bin hier ganz alleine mit einer Pflegehilfskraft für 24 Menschen verantwortlich. Das möchte ich nicht!“

Manuelas Antwort:

„Pack Deine Tasche und geh!“

„Wir müssen den Arbeitgebern zeigen, dass wir nicht bereit sind, unter solchen Arbeitsbedingungen zu arbeiten. Es gibt viele Einrichtungen, die zeigen, dass es auch anders geht. Die Rahmenbedingungen sind für jeden gleich. Ihr müsst es nicht aussitzen. Geh zum Nächsten!“

 

Fazit: Wir können die Kultur in der Pflegelandschaft nur verändern, wenn wir schlechte Rahmenbedingungen nicht aussitzen, stillschweigend ertragen und erdulden. Viele kleine Flämmchen werden zu einem Flammenmeer!
 

 

Barrierefreier Kontakt

 

  • Die Telefonleitungen des Geschäftsführers, von Manuela und die der Pflegedienstleitungen wurden für die eingehenden Anrufe freigeschaltet.
  • Jeder konnte aber auch einfach so vorbeikommen.
  • Damit wurde das Signal gesetzt, dass erstmal nicht so viel Energie investiert werden muss. Das kann man vom Handy aus von der Bushaltestelle machen.
  • Am Telefon wurden wirklich nur die drei Fragen nach dem Alter, dem Schulabschluss und der Vorbestrafung abgefragt.
  • Sofern die drei Kriterien (siehe PA46) LINK erfüllt waren, haben wir direkt einen Ausbildungsplatz zugesagt
  • Danach war nur noch eine Kurzbewerbung für die Personalakte gefragt – per E-Mai, Post oder Einwurf.
  • Anschließend bekamen die Auszubildenden eine Einladung.

 

Die Botschaft lautete:

Du bist mit deinem Engagement für einen Ausbildungsplatz schon durch – der nächste Schritt kommt von uns.“

 

 

Die Probezeit - Wir haben sechs Monate Zeit!

Du kannst für Dich entscheiden, ob das ein Beruf ist, den Du möchtest

Ganz klar wird auch vermittelt, dass alle Auszubildenden 6 Monate Zeit haben,

  • sich den Beruf anzuschauen,
  • sich mit anderen Mitarbeitern auszutauschen,
  • sich kennen zu lernen und
  • zu entscheiden „Ist es das, was ich möchte?“

Und auch wir haben 6 Monate Zeit,

  • um uns zu bemühen und
  • zu sehen, ob das der/die Altenpfleger/in sein könnte, von dem/der wir uns gerne pflegen lassen wollen und
  • ob er/sie es schafft, in drei Jahren Examen machen zu können.
  • Alle wollen nur die Besten!

„Wir nehmen alle, und machen daraus die Besten! Das ist unser Job!!“

 

Wenn es auch mal schwierig wird

  • Auch wenn wir uns trennen, begleiten wir noch weiter.
  • Wenn wir nicht wissen, ob jemand das große Examen schafft, bieten wir die Pflegehelfer-Ausbildung an.
  • Wir suchen den Schulplatz und stellen Kooperationen her. Wir stehlen uns nicht aus der Verantwortung!
  • Wenn jemand häufiger nicht zur Arbeit kommt, suchen wir nach den Gründen.
  • Auch bei Verständigungsschwierigkeiten durch sprachliche Hürden sind wir bei der Wohnungssuche behilflich.
  • Wir nutzen die ausbildungsbegleitende und unterstützende Hilfe der Agentur für Arbeit. Jeder Azubi hat Anspruch auf 3 Stunden qualifizieren Nachhilfeunterricht.
  • Da es die Themen Krankheitslehre und Pflegeplanung nicht gab, haben wir sie gemeinsam mit dem Arbeitsamt geschaffen.
  • Zwischenzeitlich gibt es bei uns eine Außenstelle der Agentur für Arbeit und bieten 4 Mal in der Woche einen Theorie-Praxistransfer.
  • Wir integrieren diese Stunden in die Arbeitszeit, damit die jungen Menschen ihre Freizeit nicht damit belasten müssen.

 

Fazit: Aus dem kirchlichen Auftrag Caritas heraus, versuchen wir den Menschen zu helfen bevor sie in den Brunnen fallen!

 

Wichtig ist natürlich, dass eine positive Grundhaltung aller Mitarbeiter da ist, um die positiven Aspekte des Berufes spiegeln zu können.

 

Was können andere von eurem Projekt lernen?

In jedem steckt ganz viel Potenzial. Wenn man dem Menschen das Gefühl gibt, für die Gesellschaft wichtig zu sein, wertvoll zu sein, wenn er hört, dass wir auf seine Arbeit angewiesen sind, und es sehr schätzen, dass er / sie hier ist, stärkt das den Selbstwert.

Fazit: Wenn man es schafft, den Selbstwert zu wecken, dann können Menschen auch viel leisten.

 

 

Manuela Garbrecht

Lebensmotto:

"Ein Optimist steht nicht im Regen, er duscht unter einer Wolke!"

 

Was würdest du sofort verändern, wenn du alle Macht der Welt hättest?

"Ich würde viele kleine Dinge verändern – da passiert etwas mit den Menschen!"

Buchtipp: Einfach die Welt verändern – 50 kleine Ideen mit großer Wirkung

 

 

Pflege macht Schule

Wie bekannt ist diese Initiative?

„Pflege macht Schule“ wurde vor einem halben Jahr etwa gegründet (Herbst 2017) und erfuhr innerhalb kürzester Zeit unglaublich viel Unterstützung.

Wir sind auch über Köln hinaus bekannt.

Wir waren vertreten

  • im Aktivcamp Pflege bei Elisabeth Scharfenberg,
  • bei Judith Ebel, im Workshop mit Podiumsdiskussion „Personal“ vom Westdeutschen Pflegekongress.
  • Ich bekomme immer wieder Anfragen für Veranstaltungen und Kongresse aus ganz Deutschland.

 

Lohnt es sich bei der Initiative „Pflege macht Schule“ mitzumachen?

  • Wir suchen engagierte Leute, die Lust haben „Pflege macht Schule“ in anderen Städten aufzuziehen
  • Wir brauchen ganz viele Flämmchen in Deutschland, damit Schluss ist mit dem Jammern
  • Immer, wenn eine Kritik geäußert wird, steckt auch eine Idee dahinter. Es sollte immer eine Lösung dabei sein oder ein Vorschlag – vielleicht in dem Engagement etwas zur Aufklärung durch Pflege macht Schule beizutragen.
  • Es ist wichtig, dass auch die Politik etwas unternimmt.
  • Doch, Wenn mir etwas nicht gefällt, muss ich das ansprechen und am besten gleich eine Idee mit liefern.

 

 

Was können andere von deinem Projekt lernen?

  • Dass Lösungen gesucht und gefunden werden.
  • Dass nicht auf Fachkräftemangel geschimpft wird, sondern überlegt wie man sich an einer Lösung beteiligen kann.
  • Dass es Spaß machen kann unsere Initiative zu unterstützen.
Fazit: Lösungen suchen statt zu schimpfen, die Initiative unterstützen. Jeder muss auf jeder Ebene aktiv werden.

 

Leonie Emmerich

Was würdest du sofort verändern, wenn du alle Macht der Welt hättest?

"Ich würde gerne jedem Menschen ein große Portion Selbstwert schenken, damit sie merken, dass sie wichtig und wertvoll sind!"

 

 

Kontakt zu Manuela Garbrecht, Leiterin Care Competence Center, St. Gereon Seniorendienste

Manuela Garbrecht     Kontaktdaten Manuela

 

Kontakt aufnehmen zum Team von "Pflege macht Schule"

Leonie Emmerich

Stand Mai 2021 ist die Webseite "Pflege macht Schule" offline!

Pflege macht Schule möchte Schülerinnen und Schülern so ein realistisches Bild der Pflegeberufe vermitteln und aufzeigen, wie vielfältig professionelle Pflege ist. Denn: Nur wer ausgewogen informiert ist, kann eine nachhaltige Entscheidung bei der Berufswahl treffen. Pflege macht Schule unterstützt dadurch die Berufsorientierung an Schulen der Sekundarstufe.

Was Pflege macht Schule nicht ist: Eine Werbeveranstaltung für eine Schule oder ein Krankenhaus, sondern eine Werbeveranstaltung für einen anspruchsvollen und erfüllenden Berufszweig.

 

Jetzt liebe Grüße an Dich von mir Deine

Claudia, Claudia Henrichs

 

Ist Dein Pflegeunternehmen bereit für das Projekt „Bei Anruf Ausbildung“? Lade Dir die Checkliste herunter und prüfe, was Du noch brauchst und was schon vorhanden ist. Und dann leg los!!!