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Mit Franz Hütter, Inhaber von BRAIN-HR spreche ich darüber, was wir für uns selbst und im Team tun können, um aus dem Strudel der Negativität in die Aufwärtsspirale zu kommen, woran es liegt, dass wir uns so schwer damit tun, diese simplen kleinen Tipps in die Tat umzusetzen und warum Eigenlob ganz und gar nicht stinkt!

 

 

Im Strudel der negativen Nachrichten! Interview mit Dr. Franz Hütter

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Wichtige Links zu dieser Episode:

 

Hier findest Du den Text unseres Interviews

(von einer "Künstlichen Intelligenz" transkribiert 😀)

 

Das Hebbsche Gesetz: Grüne und schwarze Neuronen

Franz:

Dass Schöne ist, und dann sind wir bei der Aufwärtsspirale dann wieder der wohltuenden, stärkenden Gedanken. Das Schöne ist Das Zeug wächst wieder nach, auch nach der stressbedingten Abholzungsaktion wenn ich in ein anderes Fahrwasser komme.

Claudia:

Das ist ja das, was du mit Neuroplastizität meinst. Unser Gehirn ist in der Lage, sich immer, auch bis ins hohe Alter zu verändern. Das hat man ja früher abgestritten. Da hat man ja gesagt:

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!“

Ich erzähle, in meinen Veranstaltungen, nicht so wissenschaftlich wie du, vom Hebbschen, Gesetz. Das ist ja viel älter als die Studie, von der Du erzählt hast.

Zellen, die miteinander feuern, verknüpfen sich. Zellen die miteinander verknüpft sind, feuern miteinander.

Ich sage immer, es gibt grüne und schwarze Neuronen. Wenn ich zu oft immer in diesem Negativen denke, dann wachsen schwarzen Neuronen. Und wenn ich auch in der Lage bin, zu gucken, was stärkt, was schön war, ähnlich wie du gesagt hast, abends sich auch gegenseitig zu erzählen was ich an Dir mag, was haben wir Schönes erlebt, dann hat das Auswirkungen auf unsere Zellen, oder?

 

Emotion ist ein Dünger der Neuroplastizität

Franz:

Absolut. Das ist Neuroplastizität und ein wunderbares wissenschaftliches Pendant zu dieser Story mit den Indianern. Da wurde der junge Indianer gefragt, welcher Wolf stärker sein wird, der Böse oder der Gute? Und dann sagt der alte Indianer: Der, den Du fütterst!“

Und genau das ist etwas, was in unserem Gehirn ganz, ganz stark der Fall ist. Das Gehirn wird so, wie ich es die meiste Zeit gebrauche und wie ich es emotional gebrauche. Emotion ist nochmal ein ganz kräftiger Dünger, der Neuroplastizität. Das wissen wir alle, dass Lernvorgänge sehr schnell gehen können. Zum Beispiel von der dunklen Seite her. Eine Traumatisierung kann innerhalb von Minuten entstehen und kann über Jahre, Jahrzehnte erhalten bleiben. Einfach weil durch diese wahnsinnig starken Emotionen die Neuroplastizität viel schneller und viel nachhaltiger ins Gehirn einschreibt.

Und dasselbe kann natürlich auch gelten, wenn wir das tolle Erfolgserlebnis oder die super tolle Liebesnacht erfahren. Und da merkt man:

"Hoppla, so kann das Leben auch sein!"

Das heißt, es sind diese transformativen Erlebnisse, die uns auch schnell umkrempeln können.

 

Führung: Situationen mit positiver emotionaler Schlagseite schaffen

Franz:

Und natürlich kriegen wir gerade im betrieblichen Bereich andauernd Emotionen. Es ist nicht die Aufgabe von Führungskräften, Emotionsstürme bei den Mitarbeitenden zu entfachen. Da ist eher der Rat, dauerhaft eine Situation zu schaffen, mit einer positiven emotionalen Schlagseite. Und das sind oft ganz kleine Interventionen. Ich habe mal von Gunther Schmidt etwas lernen dürfen.

Dr. Gunther Schmidt ist Organisationsberater und Leiter einer Klinik. Er hat erzählt, dass er in Arztrunden einfach ein paar Minuten reserviert. Dafür, dass sich Menschen gegenseitig beieinander bedanken können. Du hast eine Überstunde übernommen. Ich wusste gar nicht weiter bei dem und dem Fall. Steter Tropfen höhlt den Stein. Es geht nicht darum, irgendwie für riesengroße, abertausend Euro irgendwelche neuen Prozesse des Positiven aufzusetzen, sondern im Alltag das diffundieren zu lassen.

Dr. Gunther Schmidt Milton Erickson Institut Heidelberg k 

(Meine dreijährige Ausbildung zur hypnosystemischen Organisationsberaterin bei Dr. Gunther Schmidt in Heidelberg)

 

Erfolgs-Storys sammeln

Claudia:

Das finde ich so toll, weil ich gestern mit einem Leitungsteam darüber gesprochen habe. Sie mögen doch Ihre Pflegekunden und die Angehörigen einmal fragen, was ihnen an der Zusammenarbeit gut gefällt, die Rückmeldungen sammeln und dann zum festen Tagesordnungspunkt auf jeder Team Besprechung machen: Das Positive zurück zu melden. Das passt genau da hin, oder?

 

Franz:

Hundert Prozent

Und wenn ich Erfolgsstorys sammle. Viele machen das ja nur in dem Sinne, dass sie Testimonials von Kunden einsammeln, damit sie auf die Internet-Präsenz kommt oder die nächste Broschüre.

Erfolgsstorys teilen ist etwas, was jeder, wo jede Mitarbeitende, jeder Mitarbeitende dazu beitragen kann, diese Rückmeldungen zu sammeln. Das kommt der Kommunikation zugute.

Das hat die Vera Birkenbihl schon gesagt:

“Wir verarmen dadurch, dass wir im Fluss stehen und immer nach dem großen Goldklumpen suchen. Wir wären schon längst reich, wenn wir die kleinen Nuggets aufgehoben hätten!“

 

 

 

 

 

Im Strudel der negativen Nachrichten.

Claudia:

Lass mich da noch mal einen kleinen Schritt zurück gehen. Für mich stellt sich auch die Frage, wie ich mich in die Lage versetzen kann, bewusst nach den kleinen Goldnuggets zu gucken? Ich habe den Eindruck, egal welche Medien wir uns reinziehen, es wird immer mit Dramen, mit Negativschlagzeilen gehandelt. Und ist das nicht auch etwas, was uns dazu bringt, meistens das Negative zu sehen

Franz:

Da schwimmen wir, wenn wir uns dieses Unterfangen auf die Fahnen schreiben, nämlich die Aufwärtsspirale zu bedienen, weit gegen den Strom der Biologie und unserer Kultur. In der Biologie gibt es tatsächlich ein Evolutions-Gesetz,  das besagt:

„Bad is stronger than Good!“

Das macht aus Sicht der Evolution Sinn. Diejenigen, die das Knurren des Säbelzahntiger gehört haben und gesagt haben: „Ich seh´s mal Positiv“ wurden gefressen, bevor sie die Gene weitergeben konnten.

Das heißt, ein gewisser Fokus auf das, was gefährlich ist, was potenziell negativ ist, dient durchaus dem Überleben des Individuums und der Art. Nur das in diesem Überangebot an Nachrichten natürlich, dieses Prinzip in der Presse auch heißt: „Bad News are good News!“.

 

Wir werden immer wieder dazu verführt, uns mit Negativität zu füllen:

Der Naturkatastrophe, der Pandemie, der Vergewaltigung, dem schrecklichen Unfalltod mit Kindern und so weiter und so fort. Da brauchen wir ja nur in Google News gucken und können uns einen ganzen Tag lang irgendwie negativ programmieren.

 

Opfergeschichten

Und dann kommt auch noch natürlich oft die Haltung im Kollegenkreis dazu. Das auch da in den Kaffeeküchen der Anteil der negativen Nachrichten nicht unbedingt der Anteil des tatsächlich negativ Erlebten ist. Sondern man wählt sich speziell das heraus, worüber man lästern kann, worüber man sich aufgeregt hat. Dieses soziale gemeinsame Jammern gibt eine Entlastung. Interessant dabei ist die Frage, welche Geschichten erzähle ich mir da über mich? Meistens sind es Opfergeschichten, und da kommen wieder in diese Hilflosigkeitsnummer rein. Das ist etwas, worauf wir aufpassen müssen.

 

Und ich möchte da keine Illusionen erwecken. Manche Leute tun sich leichter mit der Positivität als andere. Das hat biologische Gründe. Es gibt eine gewisse genetische Prädisposition, vielleicht zu 20, 30 Prozent, dass Leute eher in die eine Richtung neigen als in die andere. Es gibt da beispielsweise eine Genvariante im Serotonin-Transporter. Das korreliert sehr stark auch mit affektiven Stilen.

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Ich erkläre das immer mit der Antwort auf die Frage, wie gut verstoffwechsle ich. Es gibt diese "unsympathischen" Menschen, die können essen, so viel sie wollen. Und dann gibt es Leute wie mich, der den Braten nur aus zwei Meter Entfernung angucken muss, und schon ist wieder Jahresring dazugekommen. Trotzdem war ich die meiste Zeit meines Lebens gertenschlank, und ich kann es auch wieder sein, wenn ich aufhöre zu fressen und wenn ich anfange mich zu bewegen.

 

Das heißt, manche Leute müssen etwas mehr dafür tun. Aber gerade für die Leute, die mehr dafür tun müssen, um in die Aufwärtsspirale zu kommen, eignen sich leichte, unterschwellige Routinen. Und da ist das, was du erzählt hast mit der mit dem Sammeln von positivem Feedback eine Möglichkeit.

Das Zweite: Was kann ich für mich selbst tun? Ich kann mir am Abend aufschreiben, die Dinge, für die ich dankbar bin. Das klingt ein bisschen als wären wir in der Esoterik Stunde gelandet.

 

Positivität ist eine harte Wissenschaft

Nein, es ist harte Wissenschaft. Ich kann das Buch von Axel Korb empfehlen: Die Aufwärtsspirale gegen Depression. Es ist harte Wissenschaft, dass diese Dankbarkeits-Gedanken und Dankbarkeits-Rituale Veränderungen in der Biochemie des Gehirns bewirken und damit langfristig in der Neuroplastizität. Dass ich weg komme von der dauernden Über-Aktivierung meiner Alarmknöpfe und eher hinkomme Richtung, Motivationszentren.

 

Das Ritual ist, jeden Abend drei, vier Punkte aufschreiben. Was ist gut gelaufen? Was habe ich gut gemacht? Wofür bin ich dankbar?

 

Warum stinkt Eigenlob?

Claudia:

Ich würde gerne noch einmal auf das Selbstwertgefühl zurückkommen. Die Kaffeeküche fällt mir dazu ein. Ist es nicht so, dass wir deswegen auch gerne die Opfer-Geschichten oder die Horrorgeschichten erzählen, weil ich damit auch das Bedürfnis stillen möchte, dass andere mich dann Bedauern? Und dass es eher in unserer Gesellschaft so negativ angesehen wird, wenn ich mich jetzt in die Kaffeeküche stellen würde und erzähle, was mir Tolles passiert ist, was ich Tolles geschafft habe.

In einem bestimmten Workshop frage ich relativ zu Beginn:

„Worauf bin ich stolz?“

Dieses stolz sein auf mich selbst, kommt bei ganz vielen gar nicht so gut an. Womit hat das etwas was zu tun?

 

 

 

Franz:

Das ist tatsächlich sehr stark kulturell bedingt.

Da giltst Du dann gleich so als amerikanisch. Wir haben kulturell bedingt auf der einen Seite ein sehr starkes Leistungsethos.  Max Webers protestantische Arbeitsmoral. Und zum anderen eine ganz große Abneigung gegenüber Maulhelden, Blendern und so weiter. Richtige wissenschaftliche Erklärung habe ich nicht. Meine persönliche Erklärung ist, dass wir mal in einer Zeit unserer Geschichte ganz furchtbares Leid erfahren und verursacht haben durch Maulhelden und Blender, die noch dazu bitterböse waren. Und das wir da, kulturell und geschichtlich bedingt, eine gewisse Vorsicht haben. Die ist auch nicht schlecht.

 

Ich möchte jetzt auch nicht dafür plädieren, immer eine rosarote Brille aufzusetzen, alles cool finden, was nicht cool ist. Das ist Unsinn. Das führt nicht weiter. Ich möchte auch nicht die Leute unterstützen, die prahlerisch, ohne Beweis ohne Substanz dahinter, das Vakuum im eigenen Kopf als Verdienst verkaufen. Damit kann man vielleicht amerikanischer Präsident werden, aber hier eigentlich kein Blumentopf gewinnen.

 

Das heißt, ich glaube, dass es darum geht, Dinge herauszupicken, die wirklich passiert sind. Faktische Dinge. Zum Beispiel: "Ich habe mich riesig darüber gefreut, dass mir das gelungen ist. Ich hätte mich schon fast nicht getraut, weil es ja doch eine ganz schön komplizierte Sache. Aber es hat diesmal geklappt!“ und dann andere einladen sich mitzufreuen.

 

Hohe Erwartungen an mich selbst, schwächen meine Konten

Claudia:

Ja, und ich mache es sogar noch ein bisschen kleiner. Selbst wenn der Tag komplett rund gelaufen ist und ich normalerweise sagen würde: „War doch nichts Besonderes!“ Eben auch nochmal bewusst darüber nachzudenken. Welche meiner wunderbaren Eigenschaften und Fähigkeiten dazu geführt haben, dass der Tag heute rund gelaufen ist.

Franz:

Genau! Und dazu hilft auch die Einsicht, dass gerade die Schlauen und Guten, Erfolge oft ausblenden, weil unser Belohnungssystem im Gehirn auf Dinge reagiert, die besser gelaufen sind als erwartet. Wenn ich aber ohnehin schon hohe Erwartungen an mich habe, dann hast du die Leute, die sagen: „Das ist ganz normal, das ist bei mir Arbeit!“ Was zwar toll bescheiden rüberkommt, es fehlt aber sozusagen auf dem Selbstwertkonto und damit auf dem Gesundheitskonto und Leistungskonto der Person, die es betrifft.

 

Führungsaufgabe: Positive Rückmeldungen geben

Das kann auch Führungsaufgabe sein. Ein Gespräch zu führen. Nicht nur, wenn es etwas zu kritisieren gibt, sondern auch, wenn es etwas Positives zurückzumelden gibt und das wirklich zu verstärken. Die betreffende Person auch mit sanftem Druck dazu zu zwingen, selbst anzuerkennen, dass sie etwas geleistet hat.

Claudia:

Und ich formuliere das häufig so, dass ich sage: „Das mag jetzt für dich völlig normal gewesen sein. Ich möchte trotzdem sagen, was das für ein wertvoller Beitrag gewesen ist, dass du das ganze Team von deinen Erkenntnissen aus der Fortbildung hast profitieren lassen!“

  

Zusammenfassung

  • Wenn wir uns mit stärkenden Gedanken beschäftigen, auch in der Krise wahrnehmen, welche positiven Auswirkungen sichtbar werden,
  • wenn wir uns täglich bewusst machen, welche positiven Fähigkeiten und Eigenschaften ich habe und was mir heute gut gelungen ist
  • dann führt das dazu, dass ein bestimmter wichtiger neuronaler Bereich im Gehirn sich besser verknüpft und eher wächst.
  • Die Folge ist, dass mein Selbstwertgefühl wächst. Resilienz (Widerstandskraft) und Gesundheit wird gestärkt. Negative Nachrichten können uns so schnell nicht umhauen oder werden gelassener eingeordnet.

 

 

Schau Dir an, wie es im inneren des Webinar-Kurses: "Überzeugende Kundengespräche führen" aussieht und gib mir eine Rückmeldung dazu, wie spannend Du die Inhalte findest!

 

Bis zum nächsten Mal.

Deine Claudia 

 

 

 

 

 

 

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