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„Das habe ich den Mitarbeitern mal klar gemacht!“

Diesen Satz höre ich häufiger. Und dabei zucke ich immer ein wenig zusammen.

Ich stelle Dir heute eine meiner wichtigsten Grundhaltungen vor: Jeder Mensch, jedes Team und jedes Unternehmen hat ein ungeahnt hohes Potenzial, das manchmal schon aufblitzt.

Glaubst Du auch an diesen Satz? Ist das eine Grundhaltung von Dir, wenn Du verantwortliche Leitung im ambulanten Pflegedienst bist?

Führung im ambulanten Pflegedienst: Old Fashioned oder New Work?

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Bonus-Infos zu dieser Episode:

 

Wenn ja, würdest Du den Satz: „Das habe ich den Mitarbeitern mal klar gemacht!“ weder denken noch aussprechen.

Es gibt noch weitere Sätze, die ich höre und bei denen ich zusammenzucke:

  • „Wir nehmen die Mitarbeiter an die Hand!“
  • „Wir haben gesehen, dass Du Dich engagiert hast!“
  • „Ich kontrolliere Eure Anwesenheitszeiten beim Pflegekunden!“

Sätze können Menschen klein machen!

Was haben diese vier Sätze gemeinsam? Sie sprechen zwischen den Zeilen das Gefälle zwischen Leitung und Mitarbeiter*in aus.

  • Ich groß, Du klein!
  • Ich schlau, Du dumm!
  • Ich mächtig, Du nicht! Wir haben gesehen - Majestatis Pluralis = die Macht der Leitungskräfte haben Dich beobachtet und Dein Verhalten bewertet.
  • Ich bin Big Brother und Dank der digitalen Tourenpläne kann ich Euch überwachen. Verlass Dich darauf, dass ich Dich fragen werde, warum Du so langsam bist!

Wenn ich mit Teams arbeite, fallen mir solche Sätze auf. Und ich bin sicher, alle Leitungskräfte meinen das auch gar nicht so, wie ich das gerade interpretiert habe.

Es wirkt aber genauso! Von oben nach unten!

Erst letzte Woche habe ich gesagt, dass mir das so vorkommt, wie Führung in den 50er Jahren. Die war geprägt durch:

  • Detaillierte Vorgabe der Arbeitsmethode
  • exakte Fixierung des Leistungsortes und des Leistungszeitpunktes,
  • extrem detaillierte und zerlegte Arbeitsaufgaben,
  • Einwegkommunikation mit festgelegten und engen Inhalten,
  • detaillierte Zielvorgaben bei für den Einzelnen nicht erkennbarem Zusammenhang zum Unternehmensziel sowie
  • externe (Qualitäts-)Kontrolle.

Ja, vielleicht denkst Du jetzt, das alles gibt es auch bei uns im ambulanten Pflegedienst. Das sind die Prinzipien des Taylorismus. Der Amerikaner Frederick Winslow Taylor hat dieses Prinzip der Prozesssteuerung von Arbeitsabläufen Ende des 19. Jahrhunderts begründet.

 

Mitarbeitende wollen beteiligt werden, sich einbringen und ihren Beitrag dazu leisten, die Ziele des Pflegedienstes zu erreichen.

Jetzt, im 21. Jahrhundert haben sich die Arbeitswelt und vor allem die Einstellung der Mitarbeitenden zu ihrem Beruf verändert. Die wenigsten wollen genau gesagt bekommen, was sie wann zu tun haben. Viele wollen in ihrer Individualität wahrgenommen werden, einen Sinn in ihrer Arbeit sehen und wollen gerne dazu beitragen, die Ziele des Pflegedienstes zu erreichen.

Das Kriterium der externen Qualitätskontrolle wird es in der Pflege wohl auch in Zukunft geben. Die MDK–Prüfungen und die unfassbar vielen Verfahrensanweisungen, um dem Qualitätsmanagement zu genügen, werden auch weiter Bestandteil Deines Arbeitslebens sein.

 

Was Du bei den anderen Kriterien tun kannst, ist genau darauf zu achten, in welchen Bereichen, Du Dein Team befähigen kannst, sein Potenzial zu entfalten.

Viele ambulante Pflegedienste machen das mit großem Erfolg. Interessanterweise haben genau diese auch kein Problem damit, Mitarbeiter*innen zu finden. Auch ist deren Krankheitsquote sehr niedrig.

Der Beginn dazu, jeden einzelnen dazu zu befähigen, sein Potenzial zu entfalten, ist, dass Du einmal reflektierst, welche Grundhaltung Du Deinen Mitarbeitenden gegenüber hast.

Denkst Du eher,

  • dass keiner es so gut kann wie Du, und Kontrolle besser ist als Vertrauen? oder
  • bist Du davon überzeugt, dass in jedem ein ungeahnt hohes Potenzial steckt?

Denke und sprich ressourcenorientiert

Sprich, damit ich Dich sehe! Das soll Sokrates schon gesagt haben und er meint damit, dass ich an der Art, wie Du sprichst, erkennen kann, welche Grundhaltung Du hast. Bist Du davon überzeugt, dass jeder Mensch ein ungeahnt hohes Potenzial hat, dann wirst Du lösungs- und ressourcenorientiert sprechen.

  • Statt „Das muss ich Dir klar machen!“
    besser „Lass uns einmal darüber reden, welche Verrichtungen zur kleinen Körperpflege gehören und wie sich die von der großen Körperpflege unterscheiden!“
  • Statt „Wir nehmen die Mitarbeiter an die Hand!“
    besser: „In der nächsten Dienstbesprechung erarbeiten wir gemeinsam, wie es uns gelingen kann, dass unsere Pflegekunden die richtigen Leistungen bekommen!“
  • Statt: „Wir haben gesehen, dass Du Dich engagiert hast!“
    besser: „Mein Eindruck war, dass Du an diesem Thema interessiert bist. Deshalb möchte ich Dich einladen, gemeinsam mit zwei, drei anderen Kolleg*innen, die wichtigsten Inhalte unseres Workshops so aufzubereiten, dass auch alle, die nicht dabei waren, davon profitieren. Was sagst Du dazu?“
  • Statt: „Ich kontrolliere Eure Anwesenheitszeiten beim Pflegekunden!“
    besser: "Ich analysiere Eure Anwesenheitszeiten beim Pflegekunden. Wenn mir auffällt, dass Du regelmäßig mehr Zeit als geplant brauchst, ist das für mich ein Zeichen dafür, dass der Pflegekunde einen höheren Bedarf hat. Darüber möchte ich dann mit Dir sprechen!“

Die Führungskriterien der 50er Jahre auf dem Prüfstand

Detaillierte Vorgabe der Arbeitsmethode

Ja, Expertenstandards und Verfahrensanweisungen sagen sehr genau, wie welche Verrichtung erbracht werden muss. Und trotzdem unterhalte ich mich jedes Mal darüber, dass unterschiedliche Pflegekräfte unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie was gemacht werden muss. Für mich ein Indiz, dass die QM-Ordner gut gefüllt sind, für den Austausch allerdings die Zeit fehlt.

Nimm Dir Zeit mit Deinem Team, um gemeinsam zu erarbeiten, was die einzelnen Leistungskomplexe beinhalten und vor allem, warum es sinnvoll ist, dass alle das gleiche Verständnis davon haben. Und wenn ich sage, nimm Dir Zeit, dann empfehle ich Dir, alle Informations-Punkte aus Deiner Dienstbesprechung zu verbannen und mit geeigneten Methoden Dein Team Ergebnisse und Ideen zu Themen, die alle umsetzen sollen, selbst erarbeiten zu lassen.

Wenn Du dazu mehr wissen möchtest, dann lege ich Dir die Live-Webinare

Exakte Fixierung des Leistungsortes und des Leistungszeitpunktes

Gut, der Leistungsort ist immer das Zuhause der Pflegekunden. Doch zum Leistungszeitpunkt halte ich es für unfassbar wichtig, dem Team zu erzählen, dass die einzelnen Leistungskomplexe für körperbezogene Pflegeleistungen vom Gesetz her, KEINE Zeitangaben haben.

Natürlich ist es wichtig eine Zeit für die Tourenplanung zu hinterlegen, um dem Pflegekunden ein Zeitfenster nennen zu können, in dem er mit der Pflegekraft rechnen kann. Wichtig ist die Analyse der Zeiten, um feststellen zu können, ob mit dem Pflegekunden ein Beratungsgespräch geführt werden sollte, weil sich der Bedarf geändert hat.

 

Du siehst, ich habe den Fokus verändert.

Es geht nicht darum, dem Mitarbeitenden zu sagen, dass er schneller sein soll, sondern darum, die Veränderungen beim Pflegekunden wahrzunehmen und darauf reagieren zu können. Ich bin davon überzeugt, dass dabei jeder im Team mitmacht.

 

Extrem detaillierte und zerlegte Arbeitsaufgaben und
Detaillierte Zielvorgaben bei für den Einzelnen nicht erkennbarem Zusammenhang zum Unternehmensziel

Die Zeit reicht nicht aus, um alles, was ich dazu denke, heute zu erzählen. Ich möchte ein Beispiel mit Dir teilen.

Zum Workshop „Heimliche Leistungen verringern“ stelle ich meinen Auftraggebern einen Mustertext für die Einladung zur Verfügung. Warum mache ich das? Ich weiß, dass die Motivation des Teams diese Veranstaltung zu besuchen, unterirdisch schlecht ist. Weil fast jeder es nicht mit sich vereinbaren kann, jeden Handschlag, der für die meisten einfach dazugehört, extra aufführen zu müssen.

Da wir im Workshop nur fünf Stunden Zeit haben, um eine veränderung der Einstellung zu erreichen, verspreche ich mir von dieser Einladung, dass die Motivation steigt.

Hier der Text:

 

ANREDE
wir laden Dich herzlich ein zu unserem Workshop
„Heimliche Leistungen verringern“
am DATUM.
Wir werden im ADRESSE
von 12:30 Uhr bis 17:30 Uhr arbeiten.

Zur Stärkung warten schon ab 12:00 Uhr kleine Häppchen und Getränke auf Dich.

Worum wird es gehen?

Vielleicht wirst Du denken, dass dies ein langer Tag werden wird. Das stimmt!
Du kannst Dich darauf verlassen, dass die Zeit wie im Flug vergehen wird.

Wir arbeiten nämlich in kleinen Gruppen im selben Raum und werden voneinander lernen und gemeinsam Ideen und Lösungen erarbeiten.

Inhaltlich geht es darum, wie jeder mit der eigenen individuellen Sprache kompetent und sympathisch Pflegekunden auf die sogenannten Gefälligkeitsleistungen ansprechen kann. Damit wir, die Leitungskräfte, bei Bedarf den Vertrag anpassen können.

Wir laden Dich ein, weil wir glauben, dass wir nur gemeinsam daran arbeiten können, dass

  • unsere Pflegekunden ihre Ansprüche aus der Pflegeversicherung nutzen um
  • so lange, so sicher und so selbstständig wie möglich ihr Zuhause genießen zu können.

Wir freuen uns sehr auf unsere gemeinsame Arbeit und den Austausch.

Dieser Text ist keine Anweisung, sondern eine Einladung. Er nennt das Ziel des Workshops, bezieht sich auf den Pflegekunden, greift Einwände auf, lädt ein, die Ideen aller hören zu wollen, um eine Lösung zu finden. 

 

Was erlebe ich häufig?

Eine Einladung besteht aus den Sätzen:

Das ist ein Beispiel für eine zerlegte Arbeitsaufgabe ohne Nennung des Ziels oder der Aussage, warum der Workshop für den Pflegedienst zieldienlich ist.

Ergebnis? Einige bekommen plötzlich und unerwartet eine Krankheit, haben unaufschiebbare Termine oder sitzen mit einer unbewegten Mine im Raum und ich kann förmlich die Gedankenblasen sehen, in denen steht: Das wird auch vorübergehen!

Zum Glück gibt es vor dem Workshop immer ein Leitungsmeeting und mit vereinten Kräften gelingt es uns, dass die Teilnehmenden am Ende hochmotiviert und inspiriert den Raum verlassen und gar nicht gemerkt haben, wie schnell die Zeit vergangen ist. Und immer wieder bestätigt sich meine unverrückbare Grundhaltung: Jedes Team, jeder Mensch, jede Organisation hat ein ungeahntes Potenzial.

Einwegkommunikation mit festgelegten und engen Inhalten

Wie erreichen wir das oben geschilderte positive Ergebnis? In drei Gruppenarbeiten erarbeiten die Teams selbst die Auswirkungen, die es hat, wenn mehr oder andere Leistungen erbracht werden, als im Vertrag vereinbart und formulieren ihre eigenen Sätze, wenn sie mal wieder gefragt werden: "Schwester Claudia, können Sie mir noch eben schnell die Fliesen im Bad abziehen?"

 

  1. Vielleicht hast Du gedacht, dass fünf Stunden ganz schön lang sind, stimmt das?
  2. Sind Deine Dienstbesprechungen kürzer?
  3. Hast Du den höchsten Redeanteil in den Dienstbesprechungen?
  4. Dienen die meisten Tagesordnungspunkte ausschließlich der Information?
  5. Ist immer nur ein Teil Deines Teams körperlich und geistig anwesend?
  6. Handelt es sich etwa um Einwegkommunikation mit festgelegten und engen Inhalten?

Wie oft hast Du mit „Ja“ geantwortet?

 

Aus meiner festen Überzeugung sind Dienstbesprechungen nie dazu da, um Informationen zu teilen. Das kannst Du mit anderen Methoden viel besser und effektiver tun.

Wenn Du Lust hast, einmal auszuprobieren, wie Informationen mit einem Meeting-Tool ausgetauscht werden können, dann melde Dich zu den beiden Live-Webinaren „Dienstbesprechung online“ am 05. und am 19. Dezember 2019 an.

Wenn Dich das Thema interessiert, Du an diesen Abenden aber keine Zeit hast, dann melde Dich trotzdem an. Du bekommst die Aufzeichnung und die Unterlagen im Nachhinein per Mail.

 

Und wenn Du beim Zuhören immer mal wieder gedacht hast: „Schön und gut, aber woher soll ich denn die Zeit nehmen?“, dann sind die beiden Live-Webinare „Raus aus dem täglichen Hamsterrad? - Zeit- und Selbstmanagement für die PDL“ am 07. und 21. November vielleicht genau richtig für Dich!

 

Wie jetzt, Du kannst nicht mit Technik? Du ahnst es schon! Ich weiß, dass Du das kannst. Warum kann ich das so klar sagen?

Erstens erlebe ich immer wieder, dass jeder an einem Live-Webinar teilnehmen kann. Zu Beginn ist das vielleicht etwas ungewohnt, doch im Laufe der Zeit verliert sich das ganz schnell.

Zweitens bin ich von einer weiteren Grundhaltung absolut überzeugt:

Jeder Mensch entwickelt sich immer in die Richtung, worauf er seine Aufmerksamkeit richtet.

Das bedeutet, wenn Du Deine Aufmerksamkeit darauf richtest, dass Du Technik können wirst, dann sehen wir uns in einem der nächsten Live-Webinare.

Bis dahin, liebe Grüße an Dich von Claudia

 

Action-Step


Bitte achte in den nächsten drei Tagen einmal darauf, ob Du schwächende oder stärkende Formulierungen wählst, wenn Du mit Deinen Mitarbeitenden redest.

 

Live-Webinare

 

live webinare

Spannende und kurzweilige Präsentationen erwarten Dich, nach denen Du mindestens 3 konkrete Tipps in Deiner Praxis sofort umsetzen kannst.

Dauer: 90 Minuten inklusive Fragerunde

Themenfelder:

FührungsKraft
Management | Prozesse
Beratung | Verkauf

 

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Für den persönlichen Kontakt: Tel.: +49 221 8 60 51 98 oder kontakt@chc-team.de

Ich freue mich auf Sie und Dich!

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